Zeitzeugen-Gespräch mit Harald Hinsch

Unter dem Motto „Widerstand lebt“ wurde Harald Hinsch am Donnerstag, den 18. April 2019 zum Zeitzeugen-Gespräch eingeladen. Dazu kamen auch die 5. – 7. Klässler*innen in die Aula des Margaretha-Rothe-Gymnasiums. Dabei erzählte Harald Hinsch aus seiner Kindheit während des 2. Weltkrieges, las aus seinem Buch vor, beantwortete Fragen der Schüler*innen und erzählte von seinen Erinnerungen und Meinungen über den 2. Weltkrieg.

Der 81-jährige Harald Hinsch wuchs in Hamburg auf und erlebte dort die „Operation Gomorrha“ der West-Alliierten (USA, GB). Harald Hinschs Vater war in dieser Zeit im Konzentrationslager (KZ), da er Widerstand gegen Hitler geleistet hatte.

Anfangs berichtete Harald Hinsch über Adolf Hitler und den Anfang des 2. Weltkrieges (Anm. d. Red.: Die folgende Zusammenfassung, zum Teil auch vereinfachend, stammt vom Redakteur.):

Nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) wollte das zerstörte Deutsche Reich Wohlstand. Mit diesem Versprechen wurde Hitler 1933 gewählt und schuf Arbeitsplätze und bewirkte einen Wirtschaftsaufschwung, wodurch das Volk begeistert war. Adolf Hitler begann darauf seinen Plan, das Deutsche Reich zu einer dominierenden Weltmacht zu machen und das Judentum auszulöschen. Dazu bezeichnete Adolf Hitler Juden als „minderwertige Rasse“, „Ungeziefer“ und „Parasiten“. Hitler begann den 2. Weltkrieg, mit fatalen Folgen: Sechs Millionen Juden wurden nicht nur in Konzentrationslagern ermordet.

Nach der Pause las Harald Hinsch aus seinem Buch „Roter Junge – Ein Kriegskind in Hamburg“ vor:

Während der Luftangriffe flohen er und seine Familie in einen Luftschutzbunker und sahen danach viele zerstörte Häuser und tote Menschen. Nach einem weiteren Luftangriff war das Mehrfamilienhaus seiner Familie zusammengestürzt und darauf flüchteten sie in ein Treppenhaus eines Nachbarhauses. Als allerdings auch dieses Haus zum Teil zusammenstürzte, konnte man nicht mehr das Treppenhaus verlassen. Da eine Nachbarin die Wohnungstür öffnete, konnte seine Familie über den Balkon und eine Feuerwehrleiter das Gebäude wieder verlassen.

Auf die Frage, ob er heutzutage die West-Alliierten hasse, weil sie Teile Deutschlands im Krieg zerstörten, antwortete Harald Hinsch:

„Meine Ansichten dazu sind geteilt:

Zuerst, in meiner Kindheit, hasste ich die Alliierten, weil ich nicht begriffen hatte, warum sie Deutschland bombardierten. Aber später merkte ich, dass es richtig war, Deutschland zu bekämpfen und dass dies nur mit militärischen Mitteln möglich war.“

Harald Hinsch sagte zum Schluss, dass unsere Fragen, diese Lesung und das Schreiben des Buches eine Therapie gegen seine Traumatisierung durch die Kriegserlebnisse gewesen seien.

Am 8. Mai 1945 endete der Krieg, in dem laut Bundeszentrale für politische Bildung insgesamt 60-70 Millionen Menschen starben. Davon waren 27 Millionen Soldaten und Zivilisten der UdSSR (Sowjetunion) und etwa sechs Millionen Deutsche.

Mein Fazit:

Mir hat die Lesung von Harald Hinsch gefallen, da ich viel Neues über den 2. Weltkrieg gelernt habe. Außerdem habe ich zum ersten Mal an einem Gespräch mit einem Zeitzeugen dieser Zeit teilgenommen.

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