Wie das Lernen unter Corona am MRG so läuft – Das sagen die Schüler*innen

Seit einer gefühlten Ewigkeit befinden wir uns in der Corona-Krise. Viele machen sich Sorgen um ihre Eltern, ihre Großeltern und um viele andere.  Vom 22. bis zum 26. April befragten wir auf IServ alle Schüler*innen des MRG zum Fernunterricht unter Corona, der seit dem 16. März 2020 läuft. Wir wollten wissen, wie der Unterricht organisiert ist, aber auch, wie es der Schülerschaft des MRG unter diesen Bedingungen geht.

An der Umfrage haben 375 von 812 Schüler*innen teilgenommen. Die meisten sorgen sich um die Menschheit überhaupt, nämlich etwa ein Viertel der befragten Schüler*innen und fast genau so viele Schüler*innen gaben an, sich um ihre Großeltern zu sorgen. Zudem machen sich 12 Prozent der Teilnehmer Sorgen um ihre Eltern, während 8 Prozent um die Wirtschaft besorgt sind. Seit dem 16. März werden wir aus der Ferne unterrichtet – ein Zustand, den die meisten Schüler*innen schlechter finden als den normalen Präsenzunterricht. Tatsächlich sagen dies 220 von 375 der teilnehmenden Schüler*innen. Zwar besuchen die sechsten, zehnten und elften Klassen seit Ende April bereits tageweise die Schule, aber dennoch sei, wie Hamburgs Schulsenator Ties Rabe sagte, nicht an normalen Unterricht zu denken.

Allerdings hat der Fernunterricht auch seine guten Seiten. Für mich ist das Ausschlafen ein sehr positiver Aspekt des Fernunterrichts, die meisten Schüler*innen sind da mit mir einer Meinung, wobei einige dennoch früh aufstehen. Aber die meisten scheinen auszuschlafen: Etwas weniger als die Hälfte der Befragten steht erst zwischen acht und zehn Uhr auf, während etwas weniger als ein Viertel erst zwischen zehn und zwölf aufsteht und manche stehen sogar noch später auf. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man selbst entscheiden kann, was man wann macht; das sieht man auch daran, dass 176 Schüler*innen nach ihrem eigenen Plan arbeiten, während 164 Schüler*innen intuitiv, also so wie es ihnen gerade passt, arbeiten. Viele Schüler nannten dies als den besten Aspekt des Fernunterrichtes.

Am schlimmsten ist für fast 42 Prozent, ihre Freunde nicht sehen zu können, weshalb 271 Schüler*innen regelmäßig außerschulischen Kontakt zu Mitschüler*innen haben. Währenddessen ist für jeden Dritten der Stress am schlimmsten, was auch daran liegen könnte, dass mehr als 66 % der befragten Schüler*innen das Gefühl haben, mehr als normal arbeiten zu müssen.

So arbeitet die Redaktion ©Fawaz

Im Fernunterricht ist es zum Teil auch erforderlich, Lernkontrollen und Klassenarbeiten zu schreiben. An unserer Schule hatten zum Zeitpunkt der Umfrage etwa 40 Prozent der Befragten bereits eine geschrieben, während weiteren rund 24 % zum Zeitpunkt der Umfrage bereits eine Leistungsüberprüfung angekündigt worden war. Lernkontrollen und Klassenarbeiten finden 101 Schüler*innen in Ordnung, während 123 Schüler*innen dies für nicht angebracht halten, denn man könne ja schummeln.

Ein Problem im Fernunterricht ist, dass nicht alle genug technische Geräte haben. Es stehen zwar knapp 90 Prozent ein Laptop oder ein Notebook zur Verfügung,  277 ein Smartphone, 140 ein Tablet – jedoch haben auch 5 nichts davon zur Verfügung, also keine digitale Endgeräte, mit denen sie online lernen könnten. Man kann allerdings nicht erfassen, wie viele tatsächlich keine Mittel haben, da die, denen es wirklich an Mitteln fehlt, wahrscheinlich auch nicht an der Umfrage teilnehmen konnten. Zudem müssen sich auch 69 Schüler*innen ihre Geräte mit einer Person teilen, 29 mit zweien, 15 mit dreien, 3 mit vieren und 2 sogar mit noch mehr Personen. Dies erscheint vielleicht nicht sonderlich viel, allerdings wird es mit jeder weiteren Person schwieriger, die Geräte so zu teilen, dass jeder genügend Arbeitszeit hat.

… oder auch so ©Levin

Eine Frage von uns war auch, wie der Fernunterricht abgehalten wird, also ob nur Aufgaben gegeben oder richtige Unterrichtsstunden über Messenger oder Videochat gehalten werden. Am MRG kriegen fast 43 % der Befragten keinen weiteren Unterricht bis auf Aufgaben, während 33 Schüler*innen über WhatsApp mit den Lehrern kommunizieren und 28 Schüler*innen mit ihnen telefonieren. Zudem haben 91 Schüler*innen Unterricht über Videochat-Programme, 81 Schüler*innen über den IServ-Messenger und 79 Schüler*innen tauschen sich regelmäßig mit ihren Lehrer*innen und Mitschüler*innen im IServ-Forum aus.

Die Wege, über die die Aufgaben kommen, waren Ende April laut der Umfrage verschieden. In dieser Schule erhielten fast alle Schüler*innen ihre Aufgaben über IServ-Aufgaben und fast ebenso viele per E-Mail. Andere Wege sind das IServ-Forum, der IServ-Messenger, WhatsApp durch die Lehrkraft oder der Unterricht über IServ-Videokonferenz. Allerdings werden den wenigsten ihre Aufgaben darüber erteilt. Bei der Bearbeitung der Aufgaben halfen die meisten Eltern ihren Kindern bei allen möglichen Problemen, sofern diese es denn wollten.

Ich hoffe der Fernunterricht endet bald und bis dahin wünschen wir euch noch, dass dieser euch nicht zu sehr belastet und dass ihr und eure Familien gesund bleibt.

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