Der ECHO-Eklat: Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit – Was ist das eigentlich?

Die Begriffe Antisemitismus und Homophobie sind wissenschaftliche Fachbegriffe, die auch im Alltag und im Journalismus verwendet werden. Frauenfeindlichkeit sagt als Begriff zwar deutlich, was darunter zu verstehen ist. Dennoch wird viel über das Wort und seine Bedeutung diskutiert. Mit den hier aufgeführten Zitaten und Links zu den Verfassern versuchen wir, euch zu erklären, was diese Wörter bedeuten.

Unter dem Begriff Antisemitismus kann man „die Gesamtheit judenfeindlicher Äußerungen, Ressentiments, Haltungen und Handlungen unabhängig von ihren religiösen, rassistischen, sozialen oder sonstigen Motiven“ fassen. So erklärt es der deutsche Historiker Wolfgang Benz in seiner Arbeit zum alltäglichen Antisemitismus, die er 2001 veröffentlichte.

Die Amadeo-Antonio-Stiftung erklärt dazu auf ihrer Homepage weiter:

Darunter fallen Schändungen von jüdischen Friedhöfen, judenfeindliche Schmierereien, die Leugnung des Holocausts, Brandanschläge auf Synagogen sowie Beleidigungen und körperliche Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden. Auch Aussagen über den Nahostkonflikt, die beanspruchen, legitime Kritik an der Politik Israels zu üben, können antisemitische Inhalte haben. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Israel das Existenzrecht abgesprochen wird oder eine Gleichsetzung der israelischen Politik mit den Verbrechen der Nationalsozialisten sprachlich konstruiert wird, indem eine „Vernichtungspolitik“ gegenüber Palästinenserinnen und Palästinensern vorgeworfen wird. Wird das Wort „Jude“ als Schimpfwort auf dem Schulhof oder im Fußballstadion genutzt, handelt es sich nicht um eine unpolitische Aussage, sondern um eine antisemitische Beleidigung.

Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung erklärt auf ihrer Homepage, was der Begriff Homophobie bedeutet:

Der Begriff Homophobie (aus dem Griechischen: homo = gleich, phobos = Angst) bezeichnet die ablehnende Haltung der Gesellschaft zur Homosexualität. Der Begriff wurde 1972 von dem US-amerikanischen Psychotherapeuten George Weinberg eingeführt, um die Angst vor Schwulen und Lesben zu benennen. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit im medizinischen Sinne, sondern vielmehr um eine oft unbewusste Unsicherheit gegenüber der eigenen Lebensweise und Identität.

Daraus entstehen Vorurteile und Handlungsweisen, die von angeblichen Witzen über herabwürdigende Bemerkungen und Pöbeleien bis zu rechtlicher Ungleichbehandlung und offener Aggression und Gewalt gegen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen und ihrer Lebensweise reichen.

Welche Folgen Homophobie haben kann, darüber klärt auch “Courage“, die  Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transGender-Lebensweisen der Stadt Wien auf.

Der Begriff Frauenfeindlichkeit umfasst Haltungen und Handlungen von Menschen. Gemeint ist also all das, was Menschen über Frauen denken und Frauen gegenüber tun, wenn sie ihnen gegenüber feindlich eingestellt sind. Diese Einstellungen und Handlungen beziehen sich dabei nicht allein auf die Person, sondern auf ihr biologisches und soziales Geschlecht. Manche sprechen auch von Frauenhass. Offensichtliche Beleidigungen, mündliche und schriftliche Kommentare im privaten Umgang, aber auch die Darstellung von Frauen in Spielfilmen und Serien, in Liedern, Songs und Musikvideos, letztlich in allen Bereichen der Kunst, der Wissenschaft – eben in allen Bereichen des Zusammenlebens  können frauenverachtend sein. Wissenschaftler und Journalisten setzen sich damit auseinander, in welchen Bereichen Frauenfeindlichkeit auftritt und wie einzelne Menschen und Gruppen mit ihr umgehen. TERRE DES FEMMES, ein Verein, der sich für die Gleichberechtigung der Frau einsetzt, beschäftigt sich auf seiner Internetseite mit Frauenfeindlichkeit in der Werbung. Die Autoren stellen hier beispielsweise dar, dass die Reduzierung einer Frau auf ihren Körper diese abwerte.

Den beiden Deutsch-Rappern Farid Bang und Kollegah wurden und werden Judenfeindlichkeit (=Antisemitismus), Schwulenfeindlichkeit (=Homophobie) und Frauenfeindlichkeit im Zusammenhang mit ihrem Album “JBG3” vorgeworfen. Isabella und Emilia hörten bei diesem Album genauer hin und verfassten dazu einen Artikel, den ihr hier findet.

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