Kuriose Podiumsdiskussion? „Margaretha Rothe fragt …“ – „Nachhaltigkeit – zu welchem Preis?“

Am 29. März 2021 veranstaltete das Team von „Margaretha Rothe fragt …“ aus Schüler*innen des PGW-Englisch-Profils aus dem elften Jahrgang des Margaretha-Rothe-Gymnasiums erneut die jährliche Podiumsdiskussion, diesmal zum Thema: „Nachhaltigkeit – zu welchem Preis?“ Hierzu wurden Luisa Neubauer (Fridays for Future), Gregor Gysi (Die Linke), Christoph Ploß (CDU), Carsten Rolle (BDI), Eva von Redecker (Philosophin und Autorin) und Nina Scheer (SPD) eingeladen.

Die Diskussion fand zum erstem Mal komplett digital statt, weshalb die Gäste mit den Moderatoren*innen per Zoom-Videokonferenz zusammengeschaltet wurden und in einzelnen Abschnitten miteinander diskutieren konnten. Dabei wurden auch Videoeinspieler und Fragen von Zuschauern*innen durch die Moderator*innen in die Diskussion mit eingebaut. Die Podiumsdiskussion fiel besonders durch einen großen Organisations-Aufwand und ungewöhnliches Verhalten einiger Gäste auf.

Wie verlief die Podiumsdiskussion?

Am 29. März startete die Podiumsdiskussion pünktlich um 19 Uhr mit einem Countdown und einem Trailer, dann sah man die beiden Moderator*innen Jo und Amelie live aus dem „TIDE TV“-Studio. Die Veranstaltung wurde mit einer kurzen Anmoderation eröffnet und anschließend konnte jeder Gast Stellung zu einer Frage oder einem Zitat beziehen, sodass diese*r sich vorstellen und seine*ihre Ansicht dazu darstellen konnte. 

Als man zum ersten Mal die Gäste in dem digitalen Konferenzraum sah, konnte man erkennen, dass ein Gast noch fehlte, Carsten Rolle. Währenddessen hatten die Gäste teilweise noch kleine technische Probleme, zum Beispiel konnte Gregor Gysi seine Kamera nicht anschalten, wie zu dem Zeitpunkt anzunehmen war. Luisa Neubauer sollte zur Vorstellung als erste Stellung zu einem Zitat beziehen, allerdings konnte man sie erst nach mehreren Versuchen hören, sodass die Vorstellungsrunde verzögert fortgesetzt werden konnte.

Als nächstes wurden gezielt Fragen an einzelne Gäste gestellt, welche sich besonders mit den Themen Nachhaltigkeit, der Klimaerwärmung, Wirtschaft und der Sozialen Frage beschäftigten. Nachdem hierbei Gregor Gysi auf eine Frage eingegangen war und dabei seine Kamera angelassen hatte, sah man, wie er genüsslich ein Glas Wein trank, was sich den Abend über fortsetzte. Dazu äußerte sich Gregor Gysi wenig später und meinte, dass er den ganzen Tag nichts essen und trinken konnte, da er zuvor seine Corona-Impfung erhalten habe.

Für den nächsten Gesprächsabschnitt wurden drei Videos eingespielt. Diese waren von dem „Margaretha Rothe fragt …“-Team erstellt worden und sollten besonders die Probleme auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen darstellen. Diese beschäftigten sich mit den Themen Smartphones, Fleischkonsum und Verkehr und wurden einzeln nacheinander abgespielt. Während die Gäste dazu Stellung bezogen und ihre Meinung äußern konnten, trat nun auch Carsten Rolle dem digitalen Konferenzraum bei, da er zuvor technische Probleme gehabt hatte.

Im Anschluss daran wurden Fragen und Kommentare von Zuschauer*innen durch den dritten Moderator Levin an die Gäste weitergeleitet. Eine Zuschauerfrage behandelte, ob man in Hamburg Einfamilienhäuser bauen sollte. Daraus wurde schließlich eine hitzige und lange Diskussion, welche ein wenig vom eigentlichen Thema abkam. Gregor Gysi ärgerte sich daraufhin, warum er nicht dran kommen könnte, weil man ihn seit einer Dreiviertelstunde nicht mehr zu Wort kommen lassen habe. Nachdem die Moderator*innen ein neues Thema ansprechen wollten, schloss sich später auch Nina Scheer Gregor Gysis Meinung an.

Da es mittlerweile unter anderem bereits 21 Uhr geworden war, verließen Luisa Neubauer, Nina Scheer und Christoph Ploß bereits vor der Abmoderation den Konferenzraum. Zum Abschluss diskutierten Gregor Gysi und Eva von Redecker kurz weiter, bis schließlich die Moderator*innen die Podiumsdiskussion um kurz nach 21 Uhr mit einer Abmoderation beenden konnten. Nach einem sehr irritierenden und unübersichtlichen Ende verließen nun auch die restlichen Gäste die Videokonferenz. Auf YouTube endete gleichzeitig der Livestream. Das Video ist nicht mehr verfügbar, da es direkt auf privat gestellt wurde.

Weitere Informationen

Nachdem bei der Podiumsdiskussion anfangs über 300 Zuschauer*innen live auf dem YouTube-Kanal von „TIDE TV“ digital zusahen, pendelte sich die Zahl schließlich bei etwa 270 Zuschauer*innen ein. „TIDE TV“ ist ein gemeinnütziger Bürger- und Ausbildungskanal aus Hamburg-Uhlenhorst, welcher „Margaretha Rothe fragt …“ für diese Veranstaltung das Fernsehstudio und die Technik zur Verfügung stellte. Vielleicht werden noch Videoausschnitte der Podiumsdiskussion auf dem YouTube-Kanal von „Margaretha Rothe fragt …“ veröffentlicht. Die Videoeinspieler zu den Themen Smartphones, Fleischkonsum und Verkehr sind jedoch weiterhin zu finden.

Für die Veranstaltung wurde bereits im Voraus unter anderem auf dem Instagram-Account von Gregor Gysi und dem Bezirksamt Hamburg-Nord sowie auf dem mrfragt-Account mit beispielsweise Experten-Interviews oder Abstimmungen in den Instagram-Storys für die Podiumsdiskussion geworben.

Eigene Meinung

Ich denke, dass die Podiumsdiskussion ein außergewöhnliches Format ist, um interessante Persönlichkeiten und andere Denkweisen näher kennen zu lernen sowie seine eigenen Fragen mit einzubringen. Ich bin immer wieder erstaunt, was für ein Aufwand für die Organisation, die Vorbereitung und den Ablauf der Podiumsdiskussion betrieben wird und welche hochrangigen Experten schließlich mitreden. Insbesondere in diesem Jahr musste die Podiumsdiskussion komplett digital stattfinden und deswegen ein passender Partner mit einem Fernsehstudio gefunden werden.

Meiner Meinung nach war trotz der monatelangen Organisation ein Fehler unterlaufen. Die Podiumsdiskussion besaß zu viele Fragen und Themen für zu wenig Zeit, wodurch die Diskussion nicht in die Tiefe gehen konnte und an machen Stellen unterbrochen werden musste. 

Besonders enttäuschend fand ich allerdings das Verhalten einiger Gäste, welche sich komplett daneben verhielten und die ganze Veranstaltung in Unordnung versetzen, was unter anderem dazu führte, dass bisher kein Video der Podiumsdiskussion veröffentlicht wurde. Ich hoffe, dass die Podiumsdiskussion nächstes Jahr wieder vor Ort stattfinden kann und somit auch technische Probleme verhindert werden können.

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