Am Donnerstag, dem 2. April 2026, fand am MRG die Podiumsdiskussion “MR fragt…” zur Frage “Ist die Demokratie noch zu retten?” statt. Vor Beginn der Veranstaltung hatte der SPICKER die Gelegenheit, Herrn Olaf Scholz, unseren früheren Bundeskanzler, zehn Minuten lang zu interviewen.

SPICKER: Sie haben 1977 Ihr Abitur am Gymnasium “Am Heegen” in Rahlstedt gemacht. Welches Fach fiel ihnen als Schüler besonders leicht? 

Olaf Scholz: Ziemlich viele. Ich war nicht so gut in Sport, aber ansonsten hatte ich überwiegend ganz gute Noten. Ich habe dann mein Abitur gemacht mit einem Leistungskurs in Gemeinschaftskunde – wie es damals hieß – und Mathematik.

SPICKER: Was war Ihr Lieblingsfach?

Olaf Scholz: Sehr gut haben mir Gemeinschaftskunde und Geschichte gefallen.

SPICKER: Sie waren schon früh Schulsprecher an Ihrer Schule, wie zufrieden waren Sie damals mit der demokratischen Teilhabemöglichkeit als Schüler?

Olaf Scholz: Ich fand das gut. Ich bin ja zweimal Schulsprecher gewesen – einmal in der Mittelstufe in dem damals erst allmählich entstehenden Gymnasium, und ich habe dann später, nachdem ich in die SPD eingetreten war, mit anderen zusammen nochmal in einem Schülerkollektiv als Schulsprecher kandidiert. Ich fand die Möglichkeiten ziemlich weitgehend und es hat viele Gestaltungsoptionen mit sich gebracht.

© SPICKER

SPICKER: Wie würden Sie eine Schule gestalten, damit die Demokratie und die politische Teilhabe von Jugendlichen gestärkt wird?

Olaf Scholz: Ich finde wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Interessen auch in die Hand nehmen und darüber mitdiskutieren über die Strukturen, die es in den Schulen gibt. Und selbstverständlich ist es auch gut, wenn die Schule ein Ort ist, an dem ganz unterschiedliche Schülerinnen und Schüler gute Erfolge haben können. Insofern bin ich sehr froh, dass wir in Hamburg jetzt die Möglichkeit zum Ganztagsangebot haben, dass es Nachhilfe gibt für diejenigen, die das brauchen, denn das gehört ja auch dazu, dass man gern zur Schule geht und das Gefühl hat, man kommt dort auch zurecht.

SPICKER: Können sie erklären, warum das Mindesteintrittsalter bei der SPD 14 Jahre ist, während es bei manchen anderen Parteien 16 Jahre ist?

Olaf Scholz: Weil es so beschlossen worden ist und sich dafür viele eingesetzt haben, dass man sehr früh Mitglied werden kann. Am Ende sind es ja ganz wenige, die sich so jung entscheiden. Ich war 17, als ich es gemacht habe.

SPICKER: Welchen Song hören Sie gerade häufig? 

Olaf Scholz: Im Augenblick schreibe ich ein Buch und deshalb höre ich gar nicht so viel Musik.

SPICKER: Worum geht es in Ihrem Buch?

Olaf Scholz: Es geht um Veränderungen und 50 Jahre Politik, denn ich habe ja als 17-Jähriger angefangen, Politik zu machen: nebenbei neben der Schule, neben dem Studium und später neben meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt und dann als 40-Jähriger erst als Berufspolitiker mit der Wahl in den Deutschen Bundestag. Insofern ist das ja eine lange Zeit, in der es sehr viele Veränderungen gegeben hat. Und das finde ich, spielt auch heute eine Rolle. Wir dürfen nicht vergessen, sogar Länder wie Spanien, Portugal und Griechenland waren in den Siebzigerjahren noch faschistische Diktaturen und es ist erst damals gelungen, dort die Demokratie zu gewinnen. Später ist der Eiserne Vorhang verschwunden und wir haben in Ost- und Mitteleuropa viele neue demokratische Länder kennengelernt. Deutschland konnte sich als Land vereinigen und in der Wirtschaft der Welt ist auch viel passiert, Stichwort “Globalisierung”. Darüber muss geredet werden.

Autoren: Yannick und Jonte

Von Yannick

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